Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft
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Durchschnittliche Kundenbewertung:(45 Kundenrezensionen )
Produktbeschreibung
Darsteller: Audrey Tautou, Alessandro Nivola, Marie Gillain Regisseur(e): Anne Fontaine
Produktinformation
- Verkaufsrang: #554 in DVD
- Marke: Unbekannt
- Erscheinungsdatum: 2010-02-05
- Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 2.35:1
- Formate: Dolby, PAL, Surround Sound, Widescreen
- Untertitel in: Deutsch, Italienisch, Spanisch
- Länge: 106 Minuten
Beschreibung
Aus der Amazon.de-Redaktion
Audrey Tautou spielt in Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft die revolutionäre Modedesignerin und Begründerin eines Firmenimperiums. Ambitioniertes Biopic aus Frankreich.
Coco Chanels Leben bietet Stoff für mehrere Filme und die Filmemacher hinter Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft waren schlau genug sich zu beschränken, auf etwa 28 Jahre im Leben der revolutionären Modeschöpferin. Von der Geburt in ärmlichen Verhältnissen – Gabrielle Chanel, so ihr eigentlicher Name, ist die Tochter eines Hausierers – über ihre Jugend, ihre Ambitionen als Sängerin bis hin zur endgültigen Transformation in Coco, eine der einflussreichsten Modeschöpferinnen des 20.Jahrhunderts.
Regisseurin Anne Fontaine kleidet diese Erfolgsgeschichte in einen letztendlich doch recht konventionellen Kostümfilm. Man hätte sich ein wenig mehr Mut gewünscht, womöglich eine aggressivere Haltung, gerade weil genau diese Haltung ja aus allem spricht was die Chanel in ihrem Leben getan hat. In einer von Männern beherrschten Welt erleidet sie die Demütigung aufgrund ihrer Herkunft nie Zugang zur „besseren“ Gesellschaft zu erlangen, schlimmer noch, von ihren Liebhabern zwar geschätzt aber am Ende verleugnet zu werden. Diese Ausgrenzung, zumindest lässt uns das der Film glauben, ist Kraftquelle und Motivation für Coco Chanels legendäre Karriere, ihren revolutionären Stil und den Aufbau eines Firmenimperiums. Am besten wird dies in einer Szene deutlich, in der Coco in einem selbstentworfenen, elegant-minimalistischem Kleid der selbstgefälligen, aufgeblähten Pariser Gesellschaft den Spiegel vorhält. Ihr Modebewusstsein ist damit Ausgangspunkt einer stilistischen Äußerung, eines Selbstbewusstseins und eines Unabhängigkeitsdrangs, der von millionen Frauen weltweit als genau das verstanden wurde.
Der Film selbst verhält sich seinem Sujet gegenüber weniger selbstbewusst und unabhängig. Stattdessen zeichnet er brav Cocos Stationen auf ihrem langen Weg Schritt für Schritt nach. Audrey Tautou in der Rolle der Chanel steht dabei zwangsläufig in praktisch jeder Szene im Mittelpunkt. Ihre wundersam-schwarzen Augen ziehen den Zuschauer erneut in ihren Bann, wie in ihren bisherigen Filmen, allen voran natürlich Die fabelhafte Welt der Amelie. Aber hier versprühen sie nicht jenen kindlich-naiven Charme für den sie berühmt wurde, sondern blicken beinahe kühl. Die Augen einer verletzbaren, in gleichem Masse jedoch zweifellos zur Selbstbehauptung fähigen Person. Die Augen einer modernen Frau. Audrey Tautou ist das Herzstück des Films und alleine schon aufgrund ihrer darstellerischen Leistung sei Coco Chanel: Der Beginn einer Leidenschaft nicht nur jenen empfohlen die sich ohnehin für die Thematik interessieren. ---Thomas Reuthebuch
Movieman.de
Ausführlich widmet sich das klassische Biopic den jungen Jahren der Gabrielle Chanel, deren Name Coco Chanel uns noch heute samtig über die Lippen geht. Dabei geht es weniger um die tatsächliche Erfolgsgeschichte des Labels Chanel als um das turbulente Leben vor dem großen Erfolg. Es wird eine Frau portraitiert, die nicht an den gesellschaftlichen Normen ihrer Zeit scheiterte, sondern diese sogar entscheidend prägte. Natürlich werden dabei die Motive der Selbstbestimmung, Emanzipation und des Antikonformismus als leuchtende Ideale verhandelt. Das steht der durchaus eleganten Poduktion gut zu Gesicht, vor allem weil sie nicht bloß Glamour darstellt, sondern sich auch unschönen Zeitaspekten widmet.Regisseurin Anne Fontaine ("Das Mädchen aus Monaco", "Nouvelle Chance", "Nathalaie - Wen liebst Du heute Nacht?") hat mit der Besetzung von Audrey Tautou als Coco Chanel voll ins Schwarze getroffen. Zwar spiegeln sich in den dunklen Augen der einstigen Amelie Poulain ein wenig mehr Verspieltheit und Naivität als in den recht harten Gesichtszügen der 1971 in Paris verstorbenen, realen Coco Chanel, dennoch strahlt auch aus Tautou die klassisch schöne, gestrenge und doch geheimnisvolle Aura der berühmten Pariser Modedesignerin und ihrer zeitlosen Kreationen.Wie schon der Titel "Coco Chanel - Beginn einer Leidenschaft" (im Original "Coco Avant Chanel") besagt, beschäftigt sich das Biopic nicht mit dem kompletten Leben der Gabrielle Chanel, sondern mit ihren frühen Jahren, der Zeit, bevor sie mit dem Label "Chanel" berühmt wurde. Es sind die Mädchenjahre, in denen sie sich als Barsängerin behaupten musste, in denen sie versuchte, über Bekanntschaften in andere soziale Kreise zu gelangen. Es ist der lange, harte Aufstieg einer ambitionierten jungen Frau, die durchaus nicht davor zurück schreckte, sich zu verkaufen, um ihr wahres Glück, ihre Liebe und Erfüllung zu finden. Chanel zeigt sich als selbstbestimmte Frau, die in ihren jungen Jahren aber stets auf das Wohlwollen von Männern angewiesen war.Fontaine inszeniert ihre Heldin dabei selbst in Männerkleidung, auf Pferden nicht im damals noch üblichen Damensattel reitend, ungestylt im Bett herum lungernd und über die Klamotten und Marotten der Bohemiens herziehend. Ihre klare und forsche Linie steht dabei stets im Vordergrund. Weniger entschlossen wird Chanel in punkto ihrer Männergeschichten dargestellt. Sex ist ihr kein Fremdwort, aber das Verliebtsein lernt die knabenhafte, von den Damen ihrer Umgebung belächelte Coco erst reichlich spät. Die Tändeleien werden ausführlich behandelt, ein wenig mehr Raum hätte man dabei aber doch ihren ambitionierten Karrierebestrebungen geben können. Wie sie sich bei der Arbeitsbekleidung der Atlantikfischer Anregungen für ihre Modekreationen holt oder wie sie aus pompösen Kostümen durch das Prinzip der Reduktion einen neuen Stil entwirft, sind interessante Anekdoten, die zudem mittels wunderbar klarer und eleganter Bilder erzählt werden. Fazit: Für alle Freunde des klassichen Kinos eine hübsche Sache.
Moviemans Kommentar zur DVD: Keine Frage: Will man eine DVD von einem aktuellen Film so nachlässig und unkomfortabel wie möglich produzieren, dann ist diese Leistung preisvedrdächtig. Unnötiges Grieseln, Nachziehen und magere Kontrastausbeute, frontlastiger enger Ton, Dialoge ohne jeden Grundton, steter Start in der französischen Tonspur usw. sind einem solchen Film unwürdig.
Bild: Der Bildeindruck ist nur von mäßiger Schärfe. Gesichtskonturen sind unnötig weich und neigen zu Doppelkonturen (15.30). Immer wieder treten erhebliche Nachzieheffekte auf (15.51, 16.44). Aber auch der Kontrast ist durch die spärliche Setausleuchtung unterdurchschnittlich. Alls würde dies noch nicht reichen, spendiert die DVD-Version eines 2009ér Filmereignisses stets sichtbares Rauschen (18.03), das aufgrund einer mageren Datenrate von unter 5 M/bit regelmäßig zu Blockrauschen mutiert. Die Betonung eines bleiernen Farbspektrums hemmt den Kontrastumfang völlig unnötig und zeigt in den vielen Innenraumszenen viele Details nicht, die es eigentlich verdient haben, gesehen zu werden. Außenszenen wie bei 20.50 zeigen trotz sonniger Verhältnisse immer eher ein zu dunkles Timbre. Wald und Wiesen wirken immer eher wie Steppe. Bäumen in Hintergründen fehlt deutlich an Zeichnung (32.58). Blattwerk und Äste sind bestenfalls zu erahnen.
Ton: Man muss sich schon vergewissern: Es wird hier tatsächlich 5.1-Ton geboten. Nur bleibt praktisch das gesamte akustische Geschehen auf die 3 Frontkanäle bezogen. Dialoge klingen vergleichsweise leise und Männer wie Frauen haben ein und dasselbe dünne und körperlose Stimmvolumen. Immerhin zwitschern links und rechts gelegentlich leise die Vögel um den akustischen Beweis anzutreten, das es sich hier doch um eine Szene in der Natur handelt (36.30). Stimmen heben sich aus der restlichen Kulisse nicht hervor und wirken nachlässig behandelt.
Extras: Das Kapitelmenü ist ein Desaster. 16 Kapitel gliedern sich in 4 Seiten, die jeweils 4 unterschiedlich große Bilder ohne jede Erklärung des Kapitels zeigen. Um von einer Seite zur nächsten zu gelangen, muss man tatsächlich jedes einzelne Kapitel einer Seite durchklicken um auf einen sehr kleinen Button zu kommen, der auf die nächste oder zurück liegende Seite verlinkt. Tongrundeinstellungen des Players ignoriert die Disc einfach und startet in der französischen und nicht der deutschen Tonspur. --movieman.de
VideoMarkt
Als Waisenkind in der französischen Provinz aufgewachsen, muss sich Gabrielle "Coco" Chanel schon von frühester Kindheit an behaupten. Ihr bewegtes Schicksal ließ sie als Varietésängerin ihren Lebensunterhalt verdienen, später als mittellose Näherin und sogar Kurtisane. Sie blieb nie lange bei einem Mann, und eine Ehe konnte sie schon gar nicht eingehen. Dennoch entwickelt sich die willensstarke Frau nach und nach zu einer etablierten Modeschöpferin, die zuletzt weltweite Bekanntheit erlangte und bis heute für Freiheit und Weiblichkeit steht.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Angenehme, leichte Unterhaltung...
Von Alexander-Franz
Ich habe mir den Film in erster Line wegen Audrey Tautou gekauft, wobei ich schon befürchtete, hier erwartet mich ein feministischer Alptraum.
Jedoch entpuppt sich der Film als äußerst angenehm, der Charakter Coco wird als Mensch gezeigt, mit stärken und schwächen, der sich in Beziehungen flüchtet, des Geldes, oder auch der Liebe wegen.
Ein großes Lob gilt meiner Meinung nach Benoît Poelvoorde der den Étienne Balsan spielt.
Dass er einen Charakter mimt, der zwar ab und an gemein zu Coco ist, die sich an ihn des Geldes wegen bindet, er sich aber doch nicht wie ein gewöhnlicher Wiederling verhält sondern im Film eine Wandlung vom oberflächlichen bis hin zum liebevollen Menschen durchmacht, ist für den Film eine starke Stütze.
Ich hab mir den Film vor einer Woche gekauft, und ihn nun schon 4 mal gesehen, wie gesagt, es ist ein Film den man ruhig mal neben bei laufen lassen kann und der eine nette und freundliche Abendunterhaltung darstellt.
Ein Tipp zum Schluß, ich kann nur empfehlen den Film im Original mit Untertitel anzuschauen, denn die Synchronstimme von Audrey Tautou ist viel zu hart und deformiert den Charakter der Figur in dem Film...
Lg Alex
39 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Jugendjahre und Aufstieg der Ikone der Haute Couture
Von Helga Kurz
Der Titel weist bereits darauf hin: mit dem Durchbruch Coco Chanels zur ultimativen Modeikone endet dieser Film nach knapp zwei Stunden und man ist durchaus geneigt "schon?" zu sagen, was auf gute Unterhaltung schließen lässt. Und dieses Prädikat hat Anne Fontaines filmische Verneigung vor dieser außergewöhnlichen Frau verdient. Aber wenn auch die heimlichen Stars der Geschichte bereits ihre außergewöhnlichen Kreationen sind, so erzählt er eben doch die Geschichte der Gabrielle Chasnel (ein Schreibfehler) nur bis zur Zeit Cocos vor Chanel, wie der Originaltitel noch treffender betont.
Basierend auf der mit einer Fülle von Fakten gespickten Biografie einer ebenfalls außergewöhnlichen Frau, der langjährigen Chefredakteurin der französischen Ausgabe von "Vogue" Edmonde Charles-Roux, beginnt der Film mit der Kindheit der kleinen Gabrielle in einem einsam gelegenen, klösterlichen Waisenhaus, in das ihr Vater sie und ihre Schwester verfrachtete, nachdem die Mutter, noch jung, an einem elenden Leben zugrunde ging. Der Name Chanel hatte in den Cevennen, aus denen ihre Vorfahren stammen, für lange Zeit einen durchaus zweifelhaften Ruf. Hausierer, Gastwirte, armes Gesindel waren sie und die Männer immer hinter den Weibern her, die sie dann ins Unglück stürzten. Der Vater jedenfalls kam nie wieder, aber die Schwestern Chanel lernten bei den Nonnen nähen und zeigten sich dabei sehr begabt. Erwachsen geworden und auf eigene Füße gestellt, sollten sie damit ihren Lebensunterhalt verdienen. So sehen wir im Verlauf des Films die junge Gabrielle, verkörpert von der aparten Audrey Tautou, auf eigenen bescheidenen Füßen stehend, tagsüber still über den Stoff gebeugt nähend und abends vor Publikum singend, ein bescheidenes Talent in bescheidenen Etablissements, in denen der Unterschied zwischen Künstlerinnen und Kurtisanen verwischt. Das Singen ist eine Sackgasse für Gabrielle, bringt ihr jedoch den Rufnamen "Coco" ein, dessen Anfangsbuchstabe verschlungen mit dem C in ihrem Nachnamen zu einem exklusiven Markenzeichen avancieren wird, das bis heute sein hohes Niveau halten kann. Außerdem führte ihr Tingeltangel zu der für ihre Zukunft so bedeutsamen Bekanntschaft mit dem reichen Bonvivant Étienne Balsam (Benoît Poelvoorde), der auf seinem Landsitz Pferde züchtet und einen für Seinesgleichen zu jener Zeit nicht unüblichen dekadenten Lebensstil pflegt. Als Pferdenarr ist er fasziniert von Cocos stiller Unbezähmtheit und ihrem unbeugsamen Stolz; zögernd öffnet er ihr die Tür zur mondänen Welt der reichen Müßiggänger und schönen Mätressen. Auch ihre "Schwester" Adrienne (Marie Gillain), die im wirklichen Leben ihre fast gleichaltrige Tante war, ist in dieser Welt gefangen. Schon bald fällt Coco durch außergewöhnliche Kleidung und ihrem rebellischen Geist auf, ein dünnes, junges Nichts, introvertiert und schlagfertig zugleich. Durchaus verwirrend, jedoch alles andere als verwirrt, streift sie durch die weitläufigen Räume von Royallieu, ebenfalls ein ehemaliges Kloster, und durch die Belle Époque, die mit Beginn des 1.Weltkriegs endgültig untergehen wird. Aber noch sehen die Frauen der Gesellschaft wie aufgezäumte, gerüschte, gefederte, gefältelte, vom Korsett in Form gehaltene pastellfarbene Karikaturen ihrer selbst aus. Besonders die Hüte sind monströse Ungetüme. "Immer wegnehmen, immer weniger, nie etwas hinzufügen... Die einzige Schönheit ist die Freiheit der Körper..." murmelt Coco vor sich hin, für immer geprägt von der Schönheit klösterlicher Schlichtheit, Zweckmäßigkeit und Strenge. Schwarz und weiß, jedoch in erster Linie immer wieder schwarz. Aber noch sind die Damen von Welt und Halbwelt nicht bereit für ihre radikalen Ideen, allenfalls den einen oder anderen Hut darf sie neu gestalten oder Verkleidungen entwerfen. Ihre Unzufriedenheit mit ihrem oberflächlichen Leben und unsicherem Status ist groß, als ein Mann in ihr Leben tritt, der als erster, (einziger?) ihr Herz erobert. Der englische Selfmademan Arthur "Boy" Capel (Alessandro Nivola), ebenfalls von zweifelhafter Herkunft, ist wesensverwandt und wird ihr, außergewöhnliches Talent und Durchsetzungsvermögen erkennend, den Weg in die berufliche Unabhängigkeit ebnen. Er wird ihr aber auch bewusst und unverschuldet gleichermaßen viel Leid zufügen und das emotionale Fundament für Coco Chanels Haltung legen, dass nichts und niemand ihre Arbeit, die an erster Stelle zu stehen hat und finanzielle Unabhängigkeit bedeutet, gefährden darf. Davon ist sie im Großen und Ganzen nie abgewichen. Coco Chanel blieb Zeit ihres Lebens kinderlos und unverheiratet. In diesem Film jedoch darf sie, noch ganz am Anfang eines außergewöhnlichen Lebens und einer großen Karriere stehend, elegant wie ein schwarzer Schwan, zuversichtlich im Bewusstsein ihrer Jugend und im Taumel der erster Liebe am Arm von Boy Capel durchs Kasino schweben und zum Finale im klassischen Chanelkostüm das Defilee der Mannequins in ihren Kreationen genießen.
Dieser Film gehört trotz seines biografischen Charakters zum Genre Drama, die unglücklich endende Liebesgeschichte zwischen Coco Chanel und Boy Capel steht im Mittelpunkt. Getragen wird er, vorhersehbar, von der nahezu ständig präsenten Audrey Tautou, eine durchaus glückliche Besetzung, wenn auch die Schärfe, das Kantige, beides Züge, die auch im schönen Äußeren der jungen Chanel bereits zu finden waren, in diesem hübschen Gesicht nicht vorhanden sind. Auch die anderen Rollen sind attraktiv besetzt, die vielfältigen Kulissen aufwendig und stimmig. Das ländliche Royallieu mit seinen Pferden und nicht etwa Paris ist der dominierende Schauplatz des Films. Und es ist Chanel, und nur Chanel, die für eine Art Happyend sorgt. Ein passender Schlussakkord für einen Film über eine kurze Zeitspanne im Leben von Coco Chanel, der durch ihr restliches, sehr außergewöhnliches Leben hallen sollte. Ein vielschichtiges Leben, das trotz Glamour und Weltläufigkeit letztendlich ein einsames war und das Stoff für viele weitere Filme bereithält. Fast alle wären Dramen.
Helga Kurz
15. September 2009
10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Aufstieg einer Modegigantin ...
Von Roland Salter
Der Film (einmal mehr beeindruckend in ihrer Darstellung: Audrey Tautou) zeichnet den Aufstieg von "Coco" (vermutlich ihr Spitzname aus der Zeit, als sie noch vor Soldatenpublikum sang) Chanel vom zurückhaltenden Waisenmädchen zur Modeikone des 20. Jahrhunderts nach; Entpuppung einer Frau, die es wahrlich nicht leicht hatte: Wir erfahren von privaten Schicksalsschlägen und den Widerstand des eingefahrenen Establishments, wenn es um tiefgreifende Änderung der Modeerscheinung und Bekleidung schlechthin geht: Coco Chanel hatte ihren eigenen Kopf, und den setzte sie (unter tatkräftiger finanzieller Mithilfe ihrer zahlreichen Liebhaber) schließlich auch durch.
Trotz trister Kindheit und zahlreichen Anfeindungen im Werdegang der jungen Frau langweilt der Film nicht durch Betonung der tragischen Komponente, im Gegenteil: Er zeigt den Weg einer stillen Kämpfernatur des vorigen Jahrhunderts, die durch die Umstände gelernt hat, dass man sich selbst der Nächste ist, wenn man etwas erreichen will im Leben.
Nach ihrem Tod und einer Zeit des Leerlaufs und einer scheinbaren Orientierungslosigkeit führte ein gewisser Karl Lagerfeld das Modehaus Chanel erneut zu Reichtum und Ruhm, doch das ist eine andere Geschichte.
Das Porträt einer "emanzipierten" Frau, die damals schon wußte, was sie wollte, schön anzusehen, unterhaltsam, lehrreich: Ein Film, wie es viele geben sollte, aber nur wenige sind.
Großes Kino, wohlig unlaut!