Das Bildnis des Dorian Gray
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Durchschnittliche Kundenbewertung:(55 Kundenrezensionen )
Produktinformation
- Verkaufsrang: #2767 in DVD
- Marke: Unbekannt
- Erscheinungsdatum: 2010-08-30
- Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, DTS, PAL
- Untertitel in: Deutsch
- Länge: 108 Minuten
Beschreibung
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Dorian Gray kommt Ende des 19. Jahrhunderts nach London. Sein makelloses Aussehen öffnet ihm nicht nur die Türen der Gesellschaft, ihm liegen auch die Frauen und die aristokratische Welt zu Füßen. Unter den Fittichen des maliziösen Lord Henry Wotton lernt das Unschuldslamm bald hedonistische Freuden zu schätzen. Der homosexuelle Maler Basil Hallward hält in einem außergewöhnlichen Gemälde seine physische Ausstrahlung fest. Aus Angst vor Vergänglichkeit wünscht sich Gray, nur das Abbild möge altern, aber nicht er. Der Wunsch wird grauenvolle Wirklichkeit.
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Die Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman geht Oliver Parker als schaurig-schönen Gothic-Horror an. Entsprechend setzt Parker, der bereits Wildes "Ernst sein ist alles" und "Ein perfekter Ehemann" adaptierte, weniger auf diskrete Andeutungen als auf direkte blutige Gruseltaten. Exzellente Ausstattung und Darstellerleistungen - allen voran Colin Firth als Verführer und "Prinz Kaspian von Narnia" Ben Barnes - sind die Pluspunkte dieses neuesten Leinwand-Updates des vielfach verfilmten Stoffes.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Neuverfilmung von Oscar Wildes skandalträchtigem Roman als schaurig-schönem Gothic-Horror mit Colin Firth als maliziösen Verführer.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Hervorragend umgesetzt und absolut Wilde
Von Gorgonzola
Dies ist nun schon mein dritter Anlauf, diese Rezension zu schreiben, denn *Das Bildnis des Dorian Gray* ist literarisch wie filmisch schwerer Stoff. Ich habe zuerst den Film gesehen und war verstört bis enttäuscht, darauf habe ich das Buch gelesen und war von Oscar Wilde absolut begeistert. Da mir der Film aber keine Ruhe gelassen hat, habe ich ihn ein zweites Mal gesehen - und war ebenfalls begeistert. Ich möchte allen ans Herz legen, den Film erst einmal sacken zu lassen, denn er ist bei weitem nicht so schlecht, wie viele Liebhaber der Romanvorlage meinen.
Generell ist es sehr schwer Romane, besonders die Dialog- und Philosophie-lastigen, zu verfilmen, weil sowohl die erklärenden Gedanken des Autors als auch stundenlange Debatten der Akteure wegfallen müssen. Die Herausforderung besteht darin, die Essenz der Geschichte audio-visuell und in angemessener Länge darzustellen, was hier absolut gelungen ist! Trotz eines ersten Fremdeindruckes hält der Film sich sehr genau ans Buch. Auch die bissige Gesellschaftskritik, die vor allem durch Harrys Zynismus zum Tragen kommt, wurde im Wesentlichen übernommen und geschickt eingeflochten; Der Film wird Wilde also inhaltlich absolut gerecht.
Gewisse Veränderungen der Original-Story sind sehr gelungen, weil sie die Ideen stärker verdeutlichen und auch dem modernen Zuschauer besser verständlich sind. Beispiel: Im Buch vergiftet sich Sibylle nach einem heftigen Streit mit Dorian, weil dieser von ihrer Schauspielkunst enttäuscht ist; aus heutiger Sicht ist diese Reaktion völlig übertrieben und unglaubwürdig. Im Film bringt sie sich aus einem viel dramatischeren und besser nachvollziehbaren Grund um. Auch die später auftauchenden Verkehrsmittel sind eine gekonnte Darstellung der verstrichenen 25 Jahre.
Darüber hinaus ist der Film handwerklich exquisit; die betörende Bildsprache, magische Musik und feinfühlige Regie schaffen eine dichte Atmosphäre, die den Zuschauer regelrecht in das viktorianische London hinein saugt - trotz opulenter Ausstattung schaffen viele Kostümschinken das nicht. Auch beeindrucken die hervorragenden Schauspieler Colin Firth und vor allem Ben Barnes, den ich zunächst für ein langweiliges Milchgesicht gehalten habe und dachte: *Oh ha, ob der das schafft?* Tut er! Den Charakterwandel des Dorian Gray vom schüchternen Jüngling zum abgeklärten Wüstling meistert er mit Bravour.
Negativ empfinde ich den Aspekt der Kunst/Malerei, der etwas zu kurz kommt und leider finde ich auch den Wandel des Bildes nicht gut gelungen; Hier fühle ich mich eher an eine Geisterbahn erinnert und hätte mir eine künstlerischere Methode gewünscht. Insgesamt werden die philosophischen Hintergründe nur angerissen; alle Kenner des Buches und Hobby-Philosophen haben diese aber ohnehin im Hinterkopf. Ich bitte um Nachsicht, denn sonst hätte man einen Zwei- oder Dreiteiler mit viel Gerede drehen müssen.
Fazit: Trotz Gewöhnungsphase und kleinster Mängel absolut gelungen und recht nah am Werk, ruhig mehrmals ansehen und wirken lassen! Die grandiose Atmosphäre und Bildsprache begünstigen den Kauf der Blu-Ray; ein Schmuckstück für Sammler der etwas besseren Filme!
51 von 61 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Themenverfehlung
Von Tomatensauce
Oliver Parkers bisherige Oscar Wilde-Verfilmungen gefielen mir - ebenso wie sein "Othello" - sehr gut. Die filmische Umsetzung von Wildes Roman "Das Bildnis des Dorian Gray" (in dem der Wunsch eines jungen Mannes, dass sein Portrait an seiner Stelle altern soll, auf schreckliche Weise in Erfüllung geht) ist meiner Meinung nach aber ziemlich misslungen. Der Film funktioniert weder als Horror-Movie noch als Literaturverfilmung. Der Grund dafür ist meiner Meinung nach, dass der Regisseur die Hauptfigur nicht allzu unsympathisch zeigen wollte und dadurch der Handlung ihre Kraft und ihre Logik genommen hat.
Im Buch macht Wilde sehr deutlich, dass der Hauptgrund für die Veränderung des Gemäldes Dorians seelische Grausamkeit ist. Dorians Seele nimmt Schaden, weil er skrupel- und gedankenlos das Leben seiner Mitmenschen zerstört. Der Film blendet das weitgehend aus und konzentriert sich stattdessen auf das "unmoralische" Verhalten Dorians - aber von den (ohnehin nur sehr, sehr verschämt angedeuteten) sexuellen Eskapaden würde das Portrait wohl nichts Schlimmeres als Augenringe aufgrund von Schlafmangel bekommen. Auch das Ende, das mit dem Buch nur mehr wenig zu tun hat, wird verwässert und überdies durch zusätzliche "Einfälle" komplett unlogisch.
Die Schauspielleistungen sind in Ordnung, aber nicht so gut, dass sie den Film mitreißend machen würden. Ben Barnes sieht gut aus und spielt überzeugend, auch wenn er kein so richtig mieser Kerl sein darf. Colin Firth ist als Lord Wotton leider schon rein vom Typ her fehlbesetzt, und Ben Chaplin zeigt als Maler Basil seine Verliebtheit in Dorian (die Wilde im Buch so deutlich machte, wie er es zu der Zeit, in der er schrieb, nur irgendwie machen konnte) viel zu wenig. Die Ausstattung ist ok, die Settings hätte man aber stimmiger gestalten können; die computergenerierte Ansicht von London gleich zu Anfang des Films ist z.B. gar nicht gut gelungen.
Insgesamt hätte ich mir einen unheimlicheren und gleichzeitig psychologisch schlüssigeren Film gewünscht. In vieler Hinsicht ist Wildes 1891 veröffentlichter Roman radikaler, brutaler und kompromissloser als Oliver Parkers Film von 2009. Auf eine wirklich gute, packende, authentische und gleichzeitig mutige Verfilmung des Stoffes werden wir weiterhin warten müssen.
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Die Geister, die er rief...
Von Chris Bayer
... wurde er nicht mehr los. So oder ähnlich verhält es sich beim Oscar Wilde-Romanhelden Dorian Gray, ein Junge vom Land, der in London eine Erbschaft antritt und dort vom charismatischen wie zynischen Lord Wotten zum "Lotterleben" verführt wird.
Nach Ferigstellung seines Portraits durch seinen Freund und Maler Basil wird der junge Dorian schnell zum Stadtgespräch. Auf einmal liegt ihm ganz London zu Füßen, da er zwei Dinge besitzt, die sich viele ersehnen: Jugend und Schönheit. Doch gleichzeitig wird Dorian auch die Vergänglichkeit seiner Schönheit bewusst und er stellt fest, dass er sogar seine Seele dem Teufel überlassen würde, wenn er nur auf ewig so aussehen könnte wie auf dem Gemälde. Dieser Wunsch wird zur Wirklichkeit: sein Bild beginnt ein Eigenleben zu führen und verändert sich auf verstörende Weise, während Dorian selber ewig jung und schön zu bleiben scheint.
Ich persönlich finde die filmische Umsetzung durchaus gelungen. Der Film lädt einen in das London des 19. Jahrhunderts ein, mit seinen positiven wie negativen Seiten: das beinahe dekadente Leben der feinen Londoner Gesellschaft auf der einen und die bittere Armut der unteren Gesellschaftschichten auf der anderen Seite. Beide Seiten werden im Film sehr real dargestellt und spielen immer wieder in die Handlung hinein. Faszinierend aufgezeigt sind der Aufstieg und der Verfall, zwei wichtige Schlagworte, die sich durch den Film ziehen.
Die beiden Hauptcharaktere werden sehr überzeugend von Colin Firth (Lord Wotten) und Ben Barnes (Dorian Gray) dargestellt, wobei insbesondere Ben Barnes mich überaus positiv überrascht hat, fand ich ihn doch bisher eher als unscheinbaren und blassen Schauspieler.
Auch wenn die Gestaltung des Bildes am Ende etwas verstörend unappetitlich gezeichnet wird und die Darstellung des "lasterhaften" Lebens, das Dorian in London führt, für meinen Geschmack zum Teil etwas übertrieben klischeehaft inszeniert wurde, fand ich den Film durchaus gelungen und beeindruckend.