Das Ende der Geduld: Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter
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Produktbeschreibung
Konsequent gegen jugendliche Gewalttäter
Erscheinungsjahr: 2010
2. Aufl.
Gewicht: 238 gr / Abmessungen: 190 mm x 120 mm x 20 mm
Von Heisig, Kirsten
Die Gewalttäter werden jünger, brutaler, skrupelloser und die Gesellschaft mit diesem Problem hilfloser. Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig war nicht bereit, das hinzunehmen. So wollte sie nicht akzeptieren, dass bei Jugendlichen zwischen Straftat und Gerichtsverhandlung viele Monate vergehen und entwickelte das Neuköllner Modell. Hier findet nach einfachen Delikten von Jugendlichen innerhalb von drei Wochen die Gerichtsverhandlung statt. Die schnellen Strafen haben damit einen größeren Wirkungseffekt bei Tätern und Opfern. In ihrem Buch "Das Ende der Geduld" erläutert sie das Modell und deren Durchsetzungsweg, beschreibt Lebensläufe jungendlicher Krimineller, schildert Straftaten und Verfahren, benennt die Situationen an Schulen, Jugendämtern und der Polizei. Heisig liefert Fakten und aber auch Lösungsvorschläge, wie z.B. die Vernetzung von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Schulen, Behörden, Institutionen und Eltern funktionieren sollte. Dabei wirft sie auch einen vergleichenden Blick ins europäische Ausland.
Im ihrem Buch fordert die Richterin die Beseitigung von Handlungsdefiziten und eine ehrliche und notwendige Debatte in der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Kirsten Heisig verstarb unerwartet Ende Juni 2010 in Berlin.
Pressestimmen:
"Es ist ein Plädoyer für nötige Ungeduld und rasches Handeln." Süddeutsche Zeitung 20100726
"Warum vermag unsere Gesellschaft Kleinkriminalität nicht mehr effektiv zu sanktionieren? Wer hat den Mechanismus lahmgelegt, daß auf Regelübertretungen eine schnelle und konsequente Strafe folgen muß? Die verstorbene Richterin Heisig zeigt aber auch auf, w
Produktinformation
- Verkaufsrang: #5117 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2010-07-23
- Einband: Taschenbuch
- 208 Seiten
Beschreibung
Pressestimmen
"Und Das Ende der Geduld ist eine Provokation. Denn Kirsten Heisig hat auf Missstände hingewiesen, auf die Trägheit der Justiz, auf Versäumnisse der Schulen und der Jugendämter, auf Ressortdenken und mangelndes Engagement." (Die Zeit )
"Heisigs Buch ist ehrlich, authentisch, nicht darauf aus, gezielt zu provozieren. Das, was sie beschreibt reicht aus, um sich wirklich Sorgen zu machen." (Giessener Allgemeine )
Kurzbeschreibung
Die Gewalttäter werden jünger, brutaler, skrupelloser und die Gesellschaft mit diesem Problem hilfloser. Die Berliner Jugendrichterin Kirsten Heisig war nicht bereit, das hinzunehmen. So wollte sie nicht akzeptieren, dass bei Jugendlichen zwischen Straftat und Gerichtsverhandlung viele Monate vergehen und entwickelte das Neuköllner Modell. Hier findet nach einfachen Delikten von Jugendlichen innerhalb von drei Wochen die Gerichtsverhandlung statt. Die schnellen Strafen haben damit einen größeren Wirkungseffekt bei Tätern und Opfern. In ihrem Buch »Das Ende der Geduld« erläutert sie das Modell und deren Durchsetzungsweg, beschreibt Lebensläufe jungendlicher Krimineller, schildert Straftaten und Verfahren, benennt die Situationen an Schulen, Jugendämtern und der Polizei. Heisig liefert Fakten und aber auch Lösungsvorschläge, wie z.B. die Vernetzung von Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendamt, Schulen, Behörden, Institutionen und Eltern funktionieren sollte. Dabei wirft sie auch einen vergleichenden Blick ins europäische Ausland. Im ihrem Buch fordert die Richterin die Beseitigung von Handlungsdefiziten und eine ehrliche und notwendige Debatte in der Bekämpfung von Jugendkriminalität. Kirsten Heisig verstarb unerwartet Ende Juni 2010 in Berlin.
Über den Autor
Kirsten Heisig, geb. 1961, verstarb Ende Juni 2010 in Berlin. Sie war Jugendrichterin, das von ihr wesentlich initiierte sog. »Neuköllner Modell« zeichnet sich vor allem aus durch Prävention, Abschreckung, Konsequenz und Schnelligkeit. (20101224)
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
665 von 685 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Das Ende von Schweigen und Beschönigen
Von Großstadtbewohner
Ein großartiges Buch einer großartigen Frau.
Kirsten Heisig schildert sehr differenziert verschiedene Wege von Jugendlichen ganz unterschiedlicher Herkunft in die Kriminalität. Es geht in dem Buch nicht nur um Neukölln. Auch ihre Erfahrungen aus anderen Bezirken werden geschildert, so aus Pankow, wo es Anfang/Mitte der 90er Jahre viele Probleme mit rechtsorientierten Gewalttätern gab.
Der Leser kann nachvollziehen, wie die mangelhafte Kooperation von Schulen, Jugendamt, Gerichten und Justiz kriminelle Jugendliche geradezu zu Straftaten ermuntert, weil sie entweder gar nicht bestraft werden oder zu spät und zu mild.
Nie aber werden die Jugendlichen als Monster gezeichnet, sondern immer auch als Opfer, vor allem ihrer eigenen Eltern. Eltern, die überfordert und unfähig sind zu grundlegender Erziehung. Und auch von Eltern, die die kriminelle Karriere ihrer Kinder in Kauf nehmen oder sogar - wie im Falle arabischer Großfamilien - aktiv voran treiben.
Bis vor wenigen Jahren war es in der gesamten Bundesrepublik, und in Berlin besonders, üblich, dass über die weit überproportionale Kriminalität von Jugendlichen aus türkischen und besonders arabischen Familien geschwiegen oder nur sehr beschönigend und abwiegelnd gesprochen wurde.
Die Medien und die Politik handelten hier in ebenso seltener wie grundfalscher Einmütigkeit. Die Berliner Justizsenatorin von der Aue versetzte einen Oberstaatsanwalt, der sich öffentlich über jugendliche Gewaltkriminalität äußerte, während die Polizei zunehmend frustrierter über das Versagen von Politik und Justiz war.
Kirsten Heisig schildert in dem Buch, wie sie das "Neuköllner Modell" entwickelte und auf den Weg brachte - und damit, gegen den Widerstand vieler Kollegen in der Justiz, als Erste einen konkreten und messbaren Beitrag leistete, Jugendliche nicht weiter in die Kriminalität abrutschen zu lassen und die Straßen von Berlin etwas sicherer zu machen.
Kirsten Heisigs Buch ist konkret, ist engagiert und bewegend. Es spricht die unschönen Wahrheiten aus und es zeigt Wege, wie die Zunahme der Gewalt endlich eingedämmt werden kann. Ich hoffe, dass dieses Buch der Anfang ist vom Ende des Schweigens und Schönredens.
Danke, Frau Heisig. Sie fehlen.
392 von 412 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eine Richterin klagt an!
Von Martin
Es ist unglaublich und unfassbar, welche Zustände offensichtlich in der Berliner Jugendarbeit herrschen. Wegsehen als Prinzip. Man feiert sich auf Partys als die großen Multikulti-Protagonisten - aber auf Kosten der Jugend und zulasten der ganzen Gesellschaft. Ganze Generationen von Jugendlichen aus problematischen Vierteln werden sich selbst überlassen, werden von vornherein aufgegeben. Aus ideologischen Gründen darf nicht sein, was längst Realität ist.
Kirsten Heisig weist aber einen Weg zur Lösung, der überzeugend wirkt. Hoffentlich lesen viele berliner Verantwortliche ihr Buch und nehmen es sich ehrlich zu Herzen.
Anstatt eine solche engagierte und kompetente Frau wie Kirsten Heisig zu unterstützen und zu fördern, wird sie von Berliner Politik und Behörden alles andere als positiv begleitet. Die Brutalität des Umgangs mit kritischen Stimmen, nicht nur bei Kirsten Heisig, ist erschreckend. Bleibt nur zu hoffen, dass die Umstände ihres unvermittelten Todes restlos aufgeklärt werden.
487 von 519 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Eine mutige Frau
Von Chesterfield41
Wer in Berlin lebt, in Dortmund, in Köln, in Bremen, in Düsseldorf, Hamburg u. v. a. Städte mehr, kennt vieles davon, fühlt mit, leidet mit mit dieser mutigen Frau, die am Ende des Wegen sich selbst das Leben nahm aus Verzweiflung, Angst, um ihre eigenen Kinder zu schützen? Wie kann eine Demokratie diese Zustände zulassen? Haben wir nichts aus unserer Geschichte gelernt? Wäre es nicht die Schilderung einer Richterin, dieses Buch wäre nie veröffentlicht worden. Dieses Buch darf nicht zur Steigerung des ohnehin vorhandenen Ausländerhasses führen; das hat Frau Heise niemals gewollt. Sie schüttelt die Politik: Aufwachen, bevor es zu spät ist. Ist es schon zu spät? Diesen Eindruck gewinnt man beim Lesen. Sorgt dafür, dass alle Kinder gleiche Bildungschancen haben, das haben nicht mal die Kinder unseres Volkes, unseres reichen Landes. Sorgt für Einwanderungsgesetze wie in der Schweiz, Norwegen, Schweden, Dänemark, Belgien ...anstatt wie heute Frau Ministerin Schawan fordert: Die Zuwanderungen zu erleichtern, weil Fachkräfte fehlen. Bildet unsere Jugend aus. Es gibt Berliner Schulen, da sind deutsche Kinder Ausländer im eigenen Land. Tausende ausländische Mitbürger, die friedlich hier leben und arbeiten, die sich bilden sind auch über diese Entwicklungen erschüttert, nicht nur Deutsche. Dieses Buch sollte im Bundestag vorgelesen werden mit Anwesenheitspflicht für alle Abgeordneten. Man darf gespannt sein, wer zuerst auffordert, es vom Markt zu nehmen. Eine Spiegel-Reportage über diese Zustände änderte nichts. Schafft es dieses Buch?