Hängt ihn höher
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Produktbeschreibung
Oklahoma, 1873. Jed Cooper gerät in die Gewalt von Wilson und seinen Banditen. Sie legen ihm einen Strick um den Hals und hängen ihn auf, aber in letzter Sekunde wird er gerettet. Richter Fenton, der das Verbrechen wie die Privatjustiz mit äußerster Härte bekämpft, macht Jed zum Deputy Marshal mit dem besonderen Auftrag, steckbrieflich gesuchte Verbrecher einzufangen und der Justiz - und damit in der Regel dem Galgen - zuzuführen. Die Ladenbesitzerin Rachel verfolgt seine Aktivitäten mit besonderm Interesse; erstens gefällt ihr Jed, und zweitens hofft sie, daß er eines Tages den Mann herbeibringt, der ihren Mann ermordet und sie vergewaltigt hat.
Produktinformation
- Verkaufsrang: #8083 in DVD
- Marke: 20th Century Fox
- Erscheinungsdatum: 2008-03-14
- Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Formate: Dolby, HiFi Sound, PAL
- Untertitel in: Portugiesisch, Schwedisch, Dänisch, Norwegisch, Finnisch, Polnisch, Niederländisch
- Länge: 110 Minuten
Beschreibung
VideoMarkt
Oklahoma 1873: Der ehemalige Sheriff Jed Cooper erhält, nachdem er von einer Bande überfallen und beinahe gehängt wurde, vom Obersten Richter den Auftrag, die Banditen dem Gericht zu überstellen. Jed Cooper sinnt auf Rache und nimmt die Verfolgung auf, um einen nach dem anderen zur Rechenschaft zu ziehen.
Video.de
Nach seinem Italien-Intermezzo in Sergio Leones legendärer "Dollar"-Trilogie kehrte Clint Eastwood nach Hollywood zurück, wo er mit "Häng ihn höher" an seine Rollen in "Für ein paar Dollar mehr" und "Zwei glorreiche Halunken" anknüpfte. Parallelen zum Italo-Western sind durchaus beabsichtigt und werden hier auch durch den Soundtrack von Dominic Frontiere unterstrichen. Der Titeltrack wurde in der Interpretation von Booker T. and the MG's zum Pophit.
Blickpunkt: Film
Ein Ex-Sheriff legt sich mit Banditen an. Western mit Superstar Clint Eastwood in seiner Paraderolle als wortkarger Einzelgänger.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Historischer Hintergrund
Von Buecherwurm1963
Ich möchte hier nicht auf die Filmhandlung eingehen. Hierüber wurde in den vorausgegangenen Rezensionen ja bereits alles geschrieben. Stattdessen möchte ich an dieser Stelle ein wenig über den realen historischen Hintergrund des Filmes mitteilen.
Die Geschichte spielt in jener Zeit, als der spätere Bundesstaat Oklahoma noch das sog. Indianerterritorium war. Hier bot sich für die unterschiedlichsten "zwielichtigen Gestalten" in jenen Tagen ein ideales Rückzugsgebiet und Betätigungsfeld. Der Arm des (weissen) Gesetzes reichte hier nicht hin, da die in dieses Terrain zwangsumgesiedelten Indianerstämme (überwiegend Mitglieder der sog. "5 zivilisierten Nationen" Cherokee, Creek, Choctaw, Chickasaw und Seminolen aus dem Südosten der USA)ihre eigene Verwaltung und Polizei unterhielten. Andererseits durften diese indianischen "Polizeibehörden" nicht gegenüber weissen Gesetzesbrechern tätig werden. Um dennoch die teils chaotischen Zustände dort in den Griff zu bekommen wurde im Grenzgebiet zum späteren Bundesstaat Oklahoma in Fort Smith/Arkansas ein Gericht eingerichtet, welches nach entsprechender Gesetzesänderung auch für weisse "Outlaws", die sich im Indianerterritorium aufhielten, zuständig war. Als "Jäger" wurden vom zuständigen Richter US-Deputy Marshals ernannt. Anfangs waren die Erfolge recht bescheiden, da Korruption, Untätigkeit und Desinteresse bei den zuständigen Richtern vorherrschten.
Doch als im Jahre 1875 Richter Isaac Charles Parker (entspricht im Film Richter Fenton) im Alter von 37 Jahren nach Fort Smith versetzt wurde, "räumte" dieser dort schnell und rigoros auf. Er ernannte nur Männer zu Deputies, die sein vollstes Vertrauen genossen. Aufgrund seiner als sehr hart empfunden Urteile (ca. 9.500 Urteilssprüche, davon 188 Todesurteile, von welchen 88 vollstreckt wurden) wurde er später als "The Hanging Judge" oftmals regelrecht verteufelt (insbesondere in manchen früheren US-Western wurde er als "menschliches Monstrum" dargestellt). Dieses wird ihm jedoch nicht gerecht. Er war einerseits überzeugter Humanist (so setzte er sich schon frühzeitig für die Gleichberechtigung der Afro-Amerikaner ebenso ein wie für eine faire Behandlung der Ureinwohner), andererseits jedoch auch ein alttestamentarischer "Eiferer". Für ihn galt: Einen Toten kann man nicht wieder lebendig machen und keine nachfolgende gute Tat wiegt ein Tötungsdelikt - egal aus welchen Motiven oder persönlichen Zuständen wie Affekt, Trunkenheit etc. dieses auch erfolgte - gleichwertig auf. Im Film wird dieses ja auch am Beispiel der zwei jungen "Outlaws", die Marshal Cooper zuvor hilfreich zur Seite standen und dennoch von Richter Fenton trotz der Aussage Coopers für die beiden zum Tode verurteilt wurden, dargestellt. Die Erfindung des ersten 6-Personen-Galgens ist ebenso Richter Parker zuzuschreiben wie auch die der "rollenden Gefängniswagen", beide ebenfalls im Film zu sehen. Die Szene, als Richter Fenton bei einer Hinrichtung aus dem Fenster schaut und dabei weint, ist ebenfalls historisch akkurat wiedergegeben. Dieses Verhalten des "echten" Richters ist verbürgt und spiegelt anschaulich seine innere Zerrissenheit wider. Parker alterte aufgrund dieser inneren Konflikte äusserlich sehr schnell und am Ende seiner gut 20-jährigen Amtszeit war er ein gebrochener Mann, der bereits im November 1896 mit 58 Jahren als weisshaariger Greis verstarb. Er soll als letzte Worte geäussert haben: "Ich habe keinen einzigen Menschen gehenkt. Das hat das Gesetz getan."
Parkers Ehefrau besuchte im übrigen die zum Tode verurteilten Gefangenen, führte mit ihnen ausführliche Gespräche und brachte ihnen selbstgebackenen Kuchen mit.
Der im Film als "Mr.Schmidt" vorkommende Henker entspricht Parkers deutschstämmigen "Vollstrecker" George Maledon. Dieser war ein Perfektionist, der sich akribisch auf jede Hinrichtung und jeden einzelnen Delinquenten vorbereitete. Für ihn war sein "Handwerk" höchste Kunst, die dem Delinquenten einen schnellen und quallosen Tod bringen sollte (was ihm auch stets gelang).
Die Szene, in der der junge Priester vor der ersten "Massenhinrichtung" seinen grossen Auftritt geniesst ist ebenso historisch belegt wie der grosse "Volksauflauf mit Volksfestcharakter" bei den Hinrichtungen generell.
Us-Deputy Marshal Cooper hingegen ist eine fiktive Figur. Die "echten" historischen Marshals des Richters Parker waren jedoch für ihre rauhe Vorgehensweise in den "einschlägigen Kreisen" berüchtigt. Diese Vorgehensweise war allerdings aus ihrer Sicht notwendig, da z.B. die durchschnittliche Lebenserwartung eines "Neu-Marshals" im Dienste Richter Parkers bei rd. 3 Monaten lag. Für sie galt das Motto "Erst schiessen, dann fragen" tatsächlich. Insgesamt wurden 68 US-Deputy Marshals aus Richter Parkers "Truppe" im Dienst getötet. Die bekanntesten Namen waren Bud Ledbetter, Bill Tilghman, Andrew "Heck" Thomas und Chris Madsen. Sie waren zu ihrer Zeit als "The Four Guardsmen" richtige Berühmtheiten im alten Westen.
Mit diesen historischen Fakten im Hinterkopf ist der Film also fast schon semidokumentarisch zu nennen. Mir hat er jedenfalls wegen des hohen "Wiedererkennnungswertes" historischer Personen und Geschehnisse sehr gut gefallen. Aber vielleicht sieht ein Zuschauer, der sich nebenbei für den "wahren Wilden Westen" interessiert, derartige Filme auch mit etwas anderen Augen.
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Klassiker auf mittelmäßiger DVD
Von Mr.Fonk
Ein fast sozialkritischer zu nennender Western. Im "Indianergebiet" Oklahoma, das 1889 noch kein richtiger Staat ist, entscheidet damals nur ein Richter über Leben und Tod, ohne Berufungsgericht o.Ä. Und diese Hinrichtungen erweisen sich als echter Publikumsrenner, inklusive Würstchenbude und Zeltlager für Schaulustige. Clin Eastwood wird zu Unrecht von einem Lynchmob fast aufgehängt. Nach seiner Rettung versucht er mit Hilfe eines Marshallsterns die Beteiligten dingfest zu machen, wobei er natürlich in Gewissenskonflikte und rechtliche Verwicklungen gerät. Nicht zu vergessen amouröse Verwicklungen. Klar, Clint Eastwood war damals ja auch DER wahnsinnig gutaussehende Frauentyp schlechthin. Und keiner raucht mit so viel Sex seine Zigarillos. Ein Western gegen die Todesstrafe, ein Western über Rache, Vergeltung, Recht und Gerechtigkeit, Leben und Tod. Insgesamt kein epochales Werk, aber doch ein absoluter Genreklassiker der mit guten Schauspielleistungen (u.a. ein Kurzauftritt von Dennis Hopper) und einem imprägnantem Soundtrack aufzuwarten weiß. Was ein bischen fehlt ist ein bischen mehr Blick auf die damals ja grandiose Landschaft Oklahomas, was aber nicht so einfach ist, da das ja heutzutage entweder alles versandet, oder Ackerland ist - ganz anders als damals.
Das DVD release ist gegen den starken Film ziemlich schwach. Kaum Extras, mittelmäßiger Ton und ganz viele Störungen im Bild über die 110 Minuten verteilt.
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Jagd auf den Lynchmob....
Von Ray
Oklahahoma in Jahre des Herrn 1889: Das weite Land soll immer mehr zivilisiert werden, doch es fehlt an Marshalls, die das Gesetz einfordern. So wird das ganze Territorium noch beherrscht von zahlreichen Outlaws und Banden. Jedediah Cooper (Clint Eastwood) war mal Sheriff, hat sich aber jetzt entschieden eine Farm zu betreiben und darum hat er von einem Rancher ein paar Rinder gekauft und mit dieser kleinen Herde zieht er durch die Prärie.
Doch an einem Fluß bemerkt er, dass er von einer Gruppe Reiter verfolgt wird. Diese Männer (Jonathan Goldsmith, Ned Romero, Russell Torson, Bob Steele, Joseph Sinola, L.Q.Jones, Alan Hale jr., Bruce Dern) unter der Führung Captain Wilson (Ed Begley) überwältigt und des Viehdiebstahls sowie des Mordes an dem Rancher beschuldigt.
Der wütende Lynchmob macht kurzen Prozess, doch der Gehängte wird zum Glück noch rechtzeitig von Marshall Bliss (Ben Johnson) entdeckt und vom Galgenbaum befreit.
Allerdings mit der Aussicht noch einmal aufgehängt zu werden, sollte er in einem regulären Verfahren schuldig gesprochen werden.
Die Reise führt ihn in einem Käfigwagen mit anderen Gefangenen nach Fort Grant, wo Richter Fenton (Pat Hingle) als Einziger Recht spricht. Tatsächlich wird Cooper freigesprochen, weil der wahre Täter aufgefunden wurde und im Gefängnis wie einige andere Männer seine gerechte Strafe durch den Strang erwartet.
In der Stadt werden diese Todesurteile durch den Henker wie ein Volksfest zelebriert, Henker Schmidt (Berd Freed) ist ein wahrer Meister seines Fachs.
Es gibt in diesem Territorium auch noch keinen Gouverneur und auch kein staatliches Berufungsgericht. Fenton ist in diesem sehr großen Gebiet die einzige und zugleich höchste richterliche Instanz, arbeitet die vielen Straffälle im Schnellverfahren ab und verurteilt oftmals Straftäter trotz mangelnder Beweislage - dies soll zur Abschreckung dienen und die gesetzliche Ordnung untermauern.
Fenton überredet den rachesüchtigen Cooper den gutbezahlten Job als Marshall anzunehmen. Fortan verfolgt Cooper sein Ziel, zudem ist die Menschenjagd auch noch staatlich legitimiert...
Ted Post drehte "Hängt ihn höher" im Jahr 1968, der Film wandelt mit seinem zynischen Unterton auf den Spuren des sehr erfolgreichen Italo-Westerns.
Die stärkste Sequenz des Films ist die Szene als Fenton die Hinrichtung von sechs Männern im Stile eines Volksfestes begehen lässt und die Todgeweihten vor einer jubelnden Menschenmenge aufknüpft werden. Darunter sogar zwei junge Teenager (Bruce Scott/Richard Gates), für die der Marshall ein gutes Wort bei Gericht eingelegt hatte. Eindrucksvoll zeigt der spannende Western die Doppelmoral eines Rechtssystems, das sich allein auf Abschreckung nach dem biblischen "Auge um Auge" -Prinzip beruft.
Für die leisen Töne sorgt die ebenfalls auf Rache sinnende Witwe Rachel Warren gespielt von der schwedischen Schauspielerin Inger Stevens, die 2 Jahre später unter mysteriösen Umständen ums Leben kam.
Der schmale Grat zwischen der staatlichen Gerechtigkeit und dem persönlichen Gerechtigkeitssinn wird in diesem kompromisslosen Western sehr deutlich gemacht, selbst der Lynchmob, der am Anfang des Films so brutal und verbrecherlich agierte, erhält im Laufe des Films ein vielschichtigeres Gesicht, es stellt sich heraus, dass diese Männer auch fürsorgende Familienväter sind.