Leichenblässe
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Durchschnittliche Kundenbewertung:(366 Kundenrezensionen )
Produktbeschreibung
Thriller
Erscheinungsjahr: 2010
Dtsch. v. Hesse, Andree
Gewicht: 335 gr / Abmessungen: 190 mm x 115 mm
Von Beckett, Simon / Übersetzt v. Hesse, Andree
Bei seinem letzten Einsatz ist David Hunter nur knapp dem Tode entronnen. Nicht vollständig genesen, quält ihn die Frage, ob er seinem Beruf noch gewachsen ist. Bis ein alter Freund den Forensiker um Hilfe bittet: In einer Jagdhütte in den Smoky Mountains wurde ein Toter gefunden. Die Leiche ist bis zur Unkenntlichkeit zersetzt. Die Spuren sind widersprüchlich. Und David Hunter ist im Begriff, einen folgenschweren Fehler zu begehen...
Pressestimmen:
"Mit einem schwermütigen Forensiker als Ermittler avanciert der Brite Simon Beckett zum neuen Krimikönig." (DIE WELT)
Produktinformation
- Verkaufsrang: #241 in Bücher
- Veröffentlicht am: 2010-07-17
- Einband: Taschenbuch
- 416 Seiten
Beschreibung
Aus der Amazon.de-Redaktion
Thrillerautor Simon Beckett ist zurück, und mit ihm natürlich der Held seiner ersten beiden Bestseller, der forensische Anthropologe David Hunter. In Leichenblässe reist Hunter nach seiner Genesung von einem Mordanschlag auf Wunsch seines Lehrers Tom Lieberman nach Tennessee und sieht sich mit einem skrupellosen Serienmörder konfrontiert, der die beiden Wissenschaftler auf ihrem eigenen Spezialgebiet in die Irre führt.
Eigentlich möchte David Hunter nach seiner Genesung nur ein wenig auf andere Gedanken kommen und folgt daher der Einladung seines Mentors Tom Lieberman an dessen Forschungsinstitut nur allzu gerne. Doch schon bald ist es mit Forschung alleine nicht mehr getan. Lieberman soll die stark verweste Leiche eines Mordopfers untersuchen. Der gesundheitlich stark angeschlagene Lieberman bittet seinen Freund Hunter, ihm bei der Arbeit zu helfen. Dessen Anwesenheit stößt bei den Agenten des Tennessee Bureau of Investigation und beim zuständigen Pathologen auf eisige Ablehnung. Doch Lieberman boxt seinen ehemaligen Schüler allen Widerständen zum Trotz durch. Schnell stellen sich Probleme bei der Untersuchung der Leiche ein. Die Todesursache ist nicht eindeutig zu klären, der Zeitpunkt des Todes ist unklar, was die Anthropologen am meisten überrascht, merkwürdige Fingerabdrücke werden gefunden und die Identifikation des Opfers birgt ungeahnte Schwierigkeiten. Nichts an der Leiche und am Fundort ist so, wie es sein sollte. Zu allem Überfluss rennt den Ermittlern die Zeit davon, denn weitere Opfer tauchen auf. Hunter und Lieberman wird klar, dass der Täter mit ihnen spielt und ein ganz bestimmtes Ziel verfolgt. Beide ahnen jedoch nicht, dass sie selbst in tödlicher Gefahr schweben.
Simon Beckett hat ein weiteres Meisterstück eines Pathologie-Thrillers abgeliefert. Reich an überraschenden Details und mit einem furiosen und dramatischen Showdown ausgestattet, bietet Leichenblässe alles, was der Krimileser mit Recht erwarten darf. Die Täterperspektive als dramaturgischer Kniff ist zwar nicht mehr neu, doch Beckett verwendet dieses Mittel sehr sparsam und äußerst virtuos, um Einblicke in die komplexe Psyche des Mörders zu geben, durchaus aber auch, um falsche Fährten zu legen. Wer Beckett bisher noch nicht kannte, wird sich begierig auch auf dessen beide ersten Thriller Die Chemie des Todes und Kalte Asche stürzen. Intelligente atemberaubende Spannung! --Ulrich Deurer
Literaturtest.de
Interview mit Simon Beckett
Seine David-Hunter-Reihe lehrt Leser das Fürchten. Simon Beckett steht für eine ganz besondere Mischung aus forensischen Details und perfiden Plots. Schauplatz seines neuesten Thrillers ist keine einsame Insel, sondern die legendäre Body Farm, auf der Leichen zu wissenschaftlichen Zwecken in der freien Natur verwesen. Im Amazon.de-Interview erzählt der Bestsellerautor von seinem Besuch auf der Body Farm und natürlich davon, vor welchen Herauforderungen David Hunter dieses Mal steht.
Frage: David Hunter reist zur berühmten Body Farm in die USA – nicht zuletzt um London und seine gescheiterte Beziehung hinter sich zu lassen. Doch schon kurz nach seiner Ankunft bekommt er es mit einem Mord zu tun. Was unterscheidet diesen Fall von seinen bisherigen?
Simon Beckett: Hunter hat natürlich auch schon vorher stark verweste Leichen gesehen. Was diesen Fall besonders macht, ist die Vorsätzlichkeit des Mordes. Das Opfer wurde offenbar nicht nur gefesselt und verstümmelt, sondern direkt neben seinem Kopf stand ein Stuhl. Der Mörder wollte die Qualen und das Sterben seines Opfers aus nächster Nähe beobachten. Der größte Unterschied aber liegt in Hunters Haltung. Er muss sich immer noch seelisch und wohl auch körperlich davon erholen, dass er beinahe selbst umgebracht worden wäre. Das verleiht ihm eine ganz neue Perspektive auf seine Arbeit.
Frage: Es erstaunt nicht, dass Sie mit zahlreichen Details der menschlichen Verwesung aufwarten. Vom Lesen während einer Mahlzeit sei an dieser Stelle dringend abgeraten! Wie ist das bei Ihnen: Verursachen Ihnen solche Dinge noch Unbehagen?
Simon Beckett: Auch wenn ich bei den Beschreibungen so weit wie möglich auf Überflüssiges verzichte – einige dieser Details sind in der Tat ziemlich schaurig. Ich versuche aber, mich diesen Szenen wissenschaftlich zu nähern. Das hilft mir, objektiv zu bleiben. Manchmal ist das allerdings ganz schön hart – muss ich zugeben – vor allem, wenn ich bei meinen Recherchen auf Forensik-Bücher mit fotografischen Abbildungen zurückgreife. Aber wahrscheinlich ist das gar nicht schlecht – wenn mir so gar nicht mehr wohl dabei ist, muss ich mich fragen, ob ich vielleicht zu weit gegangen bin.
Frage: Haben Sie schon mal selbst Verwesung beobachtet? Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand diese Prozesse beschreiben kann, ohne sie selbst im wirklichen Leben gesehen zu haben.
Simon Beckett: Ja, als Journalist habe ich bei einem Besuch auf der Body Farm selbst beobachtet, was bei der Zersetzung des menschlichen Körpers passiert. Romanautoren müssen ihre Fantasie einsetzen, aber manchmal lässt sich eben die eigene Anschauung durch nichts ersetzen. Einige dieser Anblicke – und Gerüche – hängen mir allerdings bis heute nach. Und das kommt wahrscheinlich auch in den Texten rüber.
Frage: David Hunter leidet immer noch an dem Trauma durch die Attacke, der er in Ihrem letzten Roman ausgesetzt war, das ist mehr als deutlich. Was genau macht ihm so zu schaffen?
Simon Beckett: Vor ein paar Jahren habe ich einmal einen Artikel über Polizisten geschrieben, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung litten. Bei vielen äußerte sich das, was sie erlebt hatten, auf völlig unerwartete Weise – als Schlaflosigkeit, Reizbarkeit und Angst, für die sie oft keine direkte Ursache erkennen konnten. Auch wenn Hunter es nicht gerne zugibt – sein Misstrauen gegenüber der Psychologie ist ein wichtiges Thema des Buches –, wirkt sich diese Attacke auch bei ihm ganz ähnlich aus. Er hat dem Tod ins Gesicht gesehen und hat nun Angst davor, dass er seinen Job nicht mehr richtig ausüben kann. Und diese Angst macht alles noch viel schlimmer für ihn.
Frage: Außerdem macht er sich Sorgen, dass Grace Strachan, die ihn umbringen wollte, immer noch hinter ihm her sein könnte. Ist das Paranoia oder ein realistisches Szenario?
Simon Beckett: Darin liegt ein Element von Paranoia, die aber nur zu verständlich ist. Wenn man Sie zu ermorden versucht hätte, würden Sie sich wohl auch Sorgen machen, dass man es wieder probiert. Und Hunter ist sich völlig darüber im Klaren, wie gefährlich Grace ist. Sie ist zwar geistig verwirrt, aber auch sehr intelligent und gerissen. Solange sie auf freiem Fuß ist, stellt sie also durchaus eine sehr reale Bedrohung dar …
Frage: Wie sieht’s bei Hunter mit den Frauen im Allgemeinen aus? Ist er bereit für eine neue Beziehung?
Simon Beckett: Hunter ist nicht der Typ für kurze Geschichten, von daher braucht er Zeit, um über das Ende einer Beziehung hinwegzukommen. Aber wenn er jemanden trifft, und es funkt – wer weiß? Gut möglich, dass irgendwann eine neue Beziehung auf ihn wartet.
Frage: Ihre Romane zeichnen sich dadurch aus, dass Sie die Spannung auf einem hohen Level halten. Planen Sie das, bevor Sie mit dem Schreiben anfangen, oder entwickelt sich das eher von selbst?
Simon Beckett: Beides. Einige Schlüsselszenen habe ich normalerweise vorher schon im Kopf, aber sie verändern sich mit der Weiterentwicklung der Figuren und des Plots. Manchmal funktionieren sie nicht mehr, und dann lasse ich sie einfach weg. Manchmal denke ich mir auch neue aus, während sich die Geschichte entwickelt. In beiden Fällen ist es sehr wichtig für mich, dass sich die Spannung ganz natürlich aus den Ereignissen ergibt. Man kann sie nur bis zu einem bestimmten Punkt forcieren, fügt man eine Szene nur um der Spannung willen ein, dann funktioniert das nicht. Idealerweise sollen meine Leser glauben, sie wüssten, was als Nächstes kommt – und ich überrasche sie dann. Und zwar so, dass sie im Rückblick denken: Aha, deswegen ist das vorher passiert.
Die Fragen stellte Henrik Flor, Literaturtest.
Pressestimmen
Mit seinem schwermütigen Forensiker als Ermittler avanciert der Brite Simon Beckett zum neuen Krimikönig. (Die Welt )
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
207 von 229 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Was lange währt....
Von so_82
Nachdem ich die ersten beiden Teile von Simon Becketts Thriller-Reihe rund um den forensischen Anthropologen David Hunter verschlungen hatte, war die Vorfreude auf Teil 3 natürlich groß. Etwas mehr als 400 Seiten später kann man sagen, dass sich das Warten gelohnt hat...
Schon auf der ersten Seite fühlt man sich quasi gleich zu Hause. Das Buch beginnt mit einer ähnlichen Einleitung wie die Vorgänger. Auch sonst hat sich an Becketts Schreibstil wenig geändert. Ein Umstand den eingefleischte Fans sicher begrüßen werden.
Dennoch hat sich auch hier etwas getan. Beckett fügt jetzt immer wieder einige Passagen aus der Sicht des Täters ein. Ein guter Einfall, denn die Einschübe sind spannend, irgendwie verstörend und fügen sich dennoch nahtlos in die Handlung ein. Zudem sind sie eine gelungene Abwechslung zur üblichen Ich-Erzähler-Perspektive.
Zur Story will ich nicht allzu viel sagen, nur dass sie erstmals nicht in Großbritanien spielt. Das gesamte Setting der Handlung errinnert wieder etwas mehr an "Die Chemie des Todes" (ländlichere Gegend mit umligenden Waldgebieten). Für Beckett üblich gibt es wieder einen überschaubaren Personenkreis, der zum Täterraten einlädt. Dies ist mir diesmal etwas einfacher gefallen. Zum ersten Mal habe ich auf den richtigen Täter getippt. Dennoch ist dass Buch durchgehend spannend und wartet natürlich mit einem - für Beckett typischen - Überraschungseffekt am Ende auf.
Alle Charaktere sind glaubhaft gestaltet, auch wenn so mancher sie vielleicht als etwas "stereotyp" bezeichnen würde. Die Story war für mich auch weitestgehend schlüssig.
Auch wenn die Geschichte in sich abgeschlossen ist, wird die größere Geschichte um David Hunter fortgeführt die in den ersten beiden Bänden begonnen wurde. Daher ist es mehr als lohnenswert, die Vorgänger zu lesen.
Am Ende muss man sagen: ein gewohnt guter Beckett. Der für mich gemeinsam mit "Der Chemie des Todes" knapp hinter "Kalte Asche" rangiert. Aber das ist sicherlich Geschmacksache. Ich würde zwischen 4 und 5 Sternen vergeben, aber das Pendel schlägt eher Richtung 5 aus. Auf jeden Fall bleibt Simon Beckett mit "Leichenblässe" einer der - wenn nicht sogar "der" - Top-Thrillerautoren.
57 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Leider nicht so spannend wie der Vorgänger
Von Paulchen Panther
Liegt es daran, dass es nun mein dritter David Hunter Thriller in Folge war oder ist es Simon Beckett wirklich nicht gelungen an sein hervorragendes Vorgängerwerk "Kalte Asche" anzuknüpfen? Ich befürchte Letzteres.
Die grundlegenden Ansprüche, die man an einen Beckett-Thriller stellt, werden auch hier erfüllt. Wieder gerät der Hauptakteur David Hunter in die Ermittlungen eines mysteriösen Mordes, aus dem schon bald eine Serie wird. Wieder sind es vertraute wie auch zwielichtige Gestalten, die ihn umgeben und wieder ist der Ausgang der Geschichte bis zum Ende offen.
Die Örtlichkeit, in der sich die Geschichte zuträgt, ist dieses Mal nicht ganz so abgelegen und einsam gewählt. Allein daran kann es aber nicht liegen, dass es dem Autor irgendwie nicht gelingt, einen Spannungsbogen zu erzeugen, der einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen lässt. In "Leichenblässe" ist die Verflechtung der Personen in die Geschichte bei weitem nicht so komplex und fein gesponnen wie beim Vorgänger "Kalte Asche". Auch die Ereignisse treten nicht so überraschend sondern irgendwie unspektakulär ein, wodurch dem Buch ein gutes Stück an Unterhaltungswert verloren geht. Insbesondere in der ersten Hälfte liest sich das Buch eher etwas schwerfällig und die Handlung plätschert ein bisschen vor sich hin. Vielleicht rührt dies daher, dass Beckett dieses Mal sehr die Person David Hunter mit ihren Schwächen, Fehlern und Zweifeln in den Fokus gerückt hat. Auffällig bezüglich des Stils ist, dass Beckett sich wesentlich stärker auf die Darstellung der Verwesungsprozesse der Mordopfer und damit auf Ekel-Effekte konzentriert hat (die man von "Chemie des Todes" und "Kalte Asche" ja schon zur Genüge kennt). Leider sehr auf Kosten von Spannung und einem gutem Nervenkitzel, den man sich hier so sehr wünschen würde. Meiner Meinung nach hat er hier auf die falsche Karte gesetzt, denn einen solchen Thrill zu erzeugen, der einem beim Lesen einen kalten Schauer über den Rücken schickt und einen nicht mehr loslässt, das beherrscht Beckett bestens, und genau dafür hat man seine Bücher bisher so geliebt. Da die Story eine wirklich gute stoffliche Grundlage für einen Thriller bietet, wäre es ein Leichtes gewesen, hier in gleicher Weise weiterzumachen.
Was ich niemals erwartet hätte: es ist mir dieses Mal recht früh gelungen, in der Geschichte den späteren tatsächlichen Täter zu erraten, oder besser gesagt relativ sicher zu mutmaßen.
Fazit: "Leichenblässe" ist ein handwerklich ordentlich abgefasster Thriller, der sich gut lesen lässt und dem auch ein gewisses Unterhaltungspotential nicht fehlt. Man muss aber auch klar festhalten, dass es Simon Beckett dieses Mal nicht gelungen ist, an die gruselige Stimmung und die fast beklemmende Spannung, die das Vorgängerwerk "Kalte Asche" dominierte anzuknüpfen, geschweige denn sie zu toppen. Und das ist das eigentlich Enttäuschende. Ich hätte dem Buch gerne dreieinhalb Sterne gegeben, da das aber nicht geht neige ich eher zu 3 als zu 4 Sternen. Man kann bei diesem Werk getrost die Taschenbuchausgabe abwarten. David Hunter Fans sollten es aber auf jeden Fall lesen.
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Schwierig zu beurteilen
Von Book lover
Ich habe die beiden Vorbände der "Dr. David Hunter Serie" nicht gelesen, was ich jedoch nicht als Einschränkung des Lesevergnügens empfunden habe - "Leichenblässe" steht auch allein gut da.
Der Hauptcharakter, Dr. David Hunter, wird plausibel dargestellt. Selbst seine düstere Stimmung, die durch verschiedene Schicksalsschläge ausgelöst wurde, lässt ihn noch menschlicher erscheinen. Die Nebencharaktere sind gut beschrieben und unterstützen den Plot vorteilhaft.
Der Täter und seine Tat sind absolut verabscheuenswürdig. Beckett hat die unnachvollziehbaren Gedankengänge des Täters in separate Kapitel "verpackt", die durch Kursivschrift vom Rest des Buches abtrennt werden. Eine gute Idee!
Das Buch ist spannend und erfüllt für mich somit eine der wichtigsten Komponenten wenn ich ein gutes Buch suche. Ich tat mich jedoch mit den vielen detaillierten und total ekelerregenden Beschreibungen des Autors sehr schwer und bin gar der Meinung, dass weniger u. U. mehr gewesen wäre. Stimmung kann auch sprachlich erzeugt werden, ohne dass man/frau gleich an die Grenzen der akuten Übelkeit geführt werden muss!