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Liebe, Sex und Leidenschaft

Liebe, Sex und Leidenschaft
Von Cédric Kahn

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Produktbeschreibung

Alamode Film Liebe, Sex und Leidenschaft, USK/FSK: 16+ VÃ--Datum: 27.01.06


Produktinformation

  • Verkaufsrang: #16616 in DVD
  • Marke: ALAMODE-FILM
  • Erscheinungsdatum: 2007-03-30
  • Bewertung: Freigegeben ab 16 Jahren
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • Formate: Dolby, HiFi Sound, PAL
  • Untertitel in: Deutsch
  • Länge: 122 Minuten

Features

  • FSK 16

Beschreibung

Movieman.de
Interessanterweise lautet der Titel der Romanvorlage von Alberto Moravia übersetzt "Langeweile". Diese wird sicher auch einige Zuschauer befallen, nämlich dann, wenn sie prinzipiell nicht in der Lage sind, sich auf langsam erzählte Geschichten einlassen können, die üblicherweise leider nur in Arthouse-Kinos gezeigt werden. Sicher, man braucht Geduld, sich die ewigen Frage-Odysseen des Hauptdarstellers Charles Berling anzuhören, welche schließlich nie eine Antwort erhalten. Umso spannender gestaltet sich die Entwicklung des Protagonisten, die vom desinteressierten Misantrophen bis hin zum von einer einzelnen Frau besessenen Liebhaber führt. Und wer möchte behaupten, dass er noch nie so sehr verliebt war, dass er dem anderen nicht auch mal hinterher spioniert hätte? Die Franzosen sind jedenfalls wahre Meister im Erzählen von Liebesgeschichten, die ach so harmlos beginnen und sich dann ins Furiose steigern, das hat auch dieser Film wieder bewiesen, für den sie zugegebenermaßen ein gewisses Maß an Geduld mitbringen sollten. Fazit: Liebe lieber langweilig

Moviemans Kommentar zur DVD: Ein wenig leidet das Bildmaterial an schwachen Kontrasten, ansonsten kann es sich trotz Artefakten durchaus sehen lassen. Der Ton fällt im Original etwas leiser aus, während die deutsche Fassung mit harmonischen Synchronstimmen daher kommt. An den Extras wurde leider sehr gespart. Nur der Originaltrailer ist enthalten.

Bild: Das Bild bietet zwar im Detail wie auf Distanz klare Ansichten, in Bewegungen kommt aber die Schärfe ab und zu aus dem Ruder. Die Kontrastwerte ergeben sich in gut ausgeleuchteten Einstellungen einwandfrei, an anderer Stelle verschluckt die Nacht dann aber auch gerne Feinheiten (im Auto, 00:06:33 oder Männer in Mänteln, 00:14:09). Farblich schneidet die Disc naturgetreu ab. Nur ganz selten zieht sehr leichtes Rauschen in dunklen Szenen die prinzipiell schönen Farbtöne ins Graustichige. Artefakte bleiben zwar nicht vollkommen aus (Jalousie, 00:07:58 oder Geländer, 00:24:44), halten sich so doch aber stark im Hintergrund.

Ton: Die französische Tonspur fällt im Vergleich zur deutschen Fassung ein gutes Stück leiser aus. Dabei wird aber keinerlei Kulisse vermisst. Einmal abgesehen von der geringeren Lautstärke des Originals, bieten beide Versionen ein breites Feld von dynamisch einsetzenden und verhallenden Tönen an. Die Front wird plastisch und voll ausgespielt. Was die Dialoge angeht, so klingen die Stimmen des Originals nicht nur leiser als die der deutschen Fassung, sondern auch etwas dumpfer und deshalb nicht ganz so gut verständlich wie die Synchronisation, die sehr harmonisch angelegt ist.

Extras: Als Extra ist nur der Originaltrailer (00:35 Min.) enthalten. --movieman.de

VideoMarkt
Adaption des erotischen Alberto-Moravia-Romans 'Die Nackte'.

Blickpunkt: Film
Wer sich an Alberto Moravias Verfilmung wagt, pokert hoch. Cédric Kahn transferiert unbekümmert den Roman 'La Noia' von 1960 in das Paris der 90er Jahre, erzählt die Geschichte einer bizarren 'amour fou' und zieht dabei in einen faszinierenden Sog sexueller Obsessionen.

Der dritte Spielfilm des 32jährigen (nach 'Bar des Rails' und 'Trop de Bonheur') überrascht durch unkonventionelle Herangehensweise. Neben dem Zeitrahmen wechselt auch der Mittelpunkt: Aus einer Männergeschichte wird eine Frauengeschichte. Die Story an sich ist nicht neu: Intelligenter Mann verliebt sich in ein um viele Jahre jüngeres Nymphchen. In der Literatur und im Film enden solche Verbindungen immer im Desaster ('Der blaue Engel', 'Lolita'). Auch bei Kahn ist das Ende bald vorauszusehen, dennoch verliert sich sein zynisches Spiel um eine unlebbare Liebe, Besitzanspruch und sexuelle Hörigkeit nicht an Spannung. Der von seiner Ehefrau getrennt lebende Philosoph Martin, der gerne über Lust und Kant referiert und von Sublimierung schwafelt, beginnt eine Affäre mit der jungen Cécilia. Erst erniedrigt der Mann des Geistes das unbedarfte Mädchen, um sein schwaches Ego (und nicht nur das) aufzurichten, dann verfällt er dem schamlosen Charme der fleischgewordenen Sünde, die sich auf den ersten Blick nur als pummeliges Etwas ohne jegliche Ausstrahlung offenbart. Als sie sich ganz selbstverständlich einen zweiten, jüngeren Liebhaber zulegt, liegen bei ihm die Nerven blank, er verliert jegliche Souveränität und den Rest von Selbstachtung. Was bleibt, ist ein Häufchen Elend, das am Ende dennoch die Kraft zum Weiterleben findet.
Geschickt nutzt der Franzose den Zusammenprall verschiedener Lebenswelten als Metapher für die Kluft zwischen den Geschlechtern. Sex hat hier nichts mit Liebe zu tun, gerade im Akt der Vereinigung sind die Protagonisten erbärmlich einsam, zwischen Geist und Gefühl besteht keine Beziehung. 'Meine Heldin' ist ein kalter, ernüchternder Film über die Unmöglichkeit der Liebe mit viel nackter Haut und provozierenden Sex-Szenen, die aber seltsam unerotisch wirken.
Einziges Hilfs- und Ausdrucksmittel für einen in seiner Seele beschädigten Mann bleibt die Sprache. Und die wird als quälender Dauerbeschuß eingesetzt. Für den Mainstream gewöhnten Zuschauer sicherlich keine leichte Kost. Aber dieser kleine, sperrige Film sollte in Arthouse-Kinos seine Chance bekommen. mk.


Kundenrezensionen

Hilfreichste Kundenrezensionen

53 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
5Moderne 'amour fou'
Von Karsten Kongisser
In Paris ist ein Philosophiedozent Anfang 40 (Charles Berling) von seiner Frau (Arielle Dombasle) geschieden worden und steckt seitdem in einer Lebens- und Sinnkrise. Unter tragischen Umständen lernt er das jugendliche Modell (Sophie Guillemin) eines Malers kennen. Aus einem ersten sexuellen Abenteuer, zu dem die unschuldig-naiv wirkende 17-Jährige ohne Zögern bereit ist, wird bald eine Liaison, in der der Kopfmensch wie ein kleiner Marquis de Sade seine erotischen Wünsche mit dem Mädchen inszeniert, das sich gerne seinem Willen hingibt. Doch als die Jugendliche sich eines Tages wie selbstverständlich einen zusätzlichen zweiten Liebhaber zulegt, erfasst ihn eine grenzenlose Eifersucht. Verstrickt in ein Labyrinth aus sexueller Obsession, verliert er die letzten Reste seiner Souveränität und Selbstachtung. Das ihm geistig unterlegene Mädchen erniedrigt ihn kaltherzig und luchst ihm sogar das Urlaubsgeld für eine Reise mit seinem Konkurrenten ab. Sein Drängen, durch eine Heirat seinen »Besitzanspruch« zu festigen, weist sie charmant zurück. So bleibt der Mann allein zurück und muss einen Weg zum Weiterleben finden.

Regisseur Cédric Kahn gilt als eines der größten Talente des jungen französischen Kinos. In seiner sehenswerten Romanverfilmung, seinem dritten Spielfilm, verlagert er das 1960 erschienene skandalträchtige Opus »La noia« (»Die Nackte«) des italienischen Romanciers Alberto Moravia (1907-1990) in das heutige Paris und philosophiert mit Hilfe einer 'amour fou' gleichnishaft über Egoismus und das Unvermögen der Kommunikation zwischen sozialen Schichten. In den Hauptrollen sind zwei gefragte französische Nachwuchs-Stars zu sehen: Neben dem überzeugend spielenden Charles Berling gilt die talentierte, gerade 20-jährige Sophie Guillemin als sensationelle Entdeckung und ein Glücksfall für diesen Film. Sie ist keine 'femme fatale', auch keine nymphomanische Lolita, sondern ein Geheimnis, eine Sphinx: reizvoll, rätselhaft und kaum fassbar.

Der Originaltitel des Films »L'ennui« bedeutet »Die Langeweile« und spiegelt den primären Seelenzustand der Protagonistin. Die deutsche Erstaufführung des Films erfolgte im Fernsehen unter dem Titel »Meine Heldin«. Warum der deutsche Filmverleih dem ernsten Drama jetzt einen Verleih-Titel verpasst, der das Werk auf das Niveau belangloser Sex-Filmchen reduziert, ist völlig unverständlich und ärgerlich.

31 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
3Interessant und langweilig zu gleich ...
Von griffon1962
Tatsächlich eine sehr interessante story, die davon lebt, das die beiden Hauptdarsteller in völlig unterschiedlichen Welten leben, die partout keine Berührungspunkte haben. Ein gegenseitiges Verstehen ist hier absolut unmöglich - und gerade der Versuch ein gegenseitiges Verstehen herbeizuführen führt letztendlich zum völligen Scheitern dieser Affäre(?). Ja - was ist es? Eine Beziehung wohl kaum.
Für Sie - eine pummelige und dennoch durchaus ansprechende Minderjährige - dient das ganze lediglich der Befriedigung ihrer Bedürfnisse. Und die sind unabhängig vom Menschen, von dem sie diese Befriedigung erfährt. So hat sie keine Skrupel von einem zum anderen zu wechseln - auch wenn sie bisweilen von Liebe spricht. Vermutlich versteht sie nicht im mindesten, was Liebe eigentlich bedeutet.
Er dagegen - ein von der Frau verlassener und somit im tiefsten Ego gekränkter Mitvierziger - versucht in dieser "Beziehung" verzweifelt die Oberhand zu gewinnen, scheitert doch an ihrem Unverständnis und rutscht dadurch immer tiefer in einen körperliche und auch geistige Abhängigkeit.

Das ganze in typisch französicshen, melancholischen Bildern, ohne wirklich Erotik (FSK16 ist wirklich ausreichend) - und doch zumindest punktuell ansprechend. "Langweilig" heißt der Film. Ist er mitunter auch. Und doch kann man sich einer gewissen Faszination nicht erwehren.

Ich kann den Film nicht wirklich empfehlen. Aber vielleicht muss man ihn zweimal sehen, bevor er gefällt ...

27 von 34 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
4Schrecklich und doch gut
Von P.L.
Ich habe diesen Film in 2 Etappen gesehen, jeweils 1 Stunde am Abend. Nach der 1. Hälfte war ich einfach nur genervt vom Hauptdarsteller, den völlig unerotischen Sexszenen und der ziemlich einfältigen Hauptdarstellerin. Aber es muss doch Einiges in mein Unterbewusstsein eingesickert sein, das mich rätselhaft gefangengenommen und zur Ruhe gebracht hat. Ich musste unbedingt am nächsten Abend die 2.Hälfte sehen.
Die Geschichte ist sehr einfach: Der völlig verkopfte Philosoph Martin versucht sich auf die junge Frau Cecilia einzulassen, die eigentlich nicht sein Typ ist, will sie wieder loswerden, kann es aber nicht, weil er nicht erträgt, dass es ihr vermutlich egal ist. Das macht sein Ego völlig fertig und je mehr er versucht mit seinen bohrenden Fragen die Liebe der Frau zu hinterfragen, stellt er seine eigene Liebesunfähigkeit so bloß, dass ich mich ständig gefragt habe, wie hält die Frau das aus? Aber sie tut es, indem sie nichts hinterfragt, alles nimmt wie es kommt, aus Fast-Vergewaltigungen sogar noch ihr Vergnügen ziehen kann und geht wann sie will. Es sind hier zwei Welten die aufeinandertreffen wie sie unterschiedlicher nicht sein können und die in keiner Szene wirklich Kontakt zueinander finden. Als Mann war ich am Verzweifeln, diesem unwürdigen Treiben von Martin zusehen zu müssen. Gleichzeitig bietet Cecilia das genaue Gegenteil, das Leben im Hier und Jetzt, wie es radikaler nicht sein könnte. Zwar ist auch das keine echte Alternative für mich, aber das dringend nötige Gegengewicht, und im Kopf stellt sich auf wundersame Weise der Kurzschluss zwischen beiden Welten ein und führt zu dieser Ruhe nach dem Film. Als Martin schließlich in einem Brief an seine Exfrau meint, dass es darum geht, sich an der Hoffnungslosigkeit aufzurichten und um jeden Preis zu leben, bin ich zum ersten mal mit ihm einer Meinung.


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