Lila, Lila
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Produktinformation
- Verkaufsrang: #8001 in DVD
- Erscheinungsdatum: 2010-08-27
- Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren
- Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
- Format: PAL
- Länge: 103 Minuten
Beschreibung
VideoMarkt
Kellner David Kern fällt nicht wirklich auf. Das ändert sich, als er der hübschen Literaturstudentin Marie gefallen will. Auf einem Flohmarkt entdeckt er ein Manuskript, schreibt es auf dem Computer noch mal und gibt es ihr als sein eigenes zu lesen. Die ist nicht nur vom Text begeistert, den sie heimlich an einen Verlag schickt, sondern auch vom Schreiber. Nach der Veröffentlichung ist David gefragt wie kein anderer und hält die Holde im Arm. Da taucht ein verlotterter Typ auf und behauptet, der wahre Autor des Buchs zu sein.
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Realistisch-ironisch setzt Regisseur Alain Gsponer den Roman von Martin Suter um, und entlarvt die Literaturszene als Haifischbecken. Henry Hübchen brilliert als heruntergekommener Herumtreiber mit herzerfrischenden One-Linern, sein Gegenpart Daniel Brühl darf den schüchterne Szene-Darling mimen. Die Kombination beider ist ein absoluter Glücksfall, wie auch die Verknüpfung von Tragikomik, Romanze und absurdem Theater, die Verbindung von großen Gefühlen und falschen Identitäten.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Großartig besetzte Bestsellerverfilmung und Satire auf die schillernde Welt der Literatur.
Kundenrezensionen
Hilfreichste Kundenrezensionen
12 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Ich bin David Kern...
Von Thomas Knackstedt
...der David Kern!" So eröffnet Daniel Brühls Erzählstimme Alain Gsponers Verflilmung von Martin Suters Roman -Lila Lila-. Da ist David schon der Shootingstar der Literaturszene. Das sah vorher ganz anders aus. Wie genau...diese Geschichte erzählt uns David haarklein. Dass sie berühmten Vorgängern aus verschiedenen Jahrhunderten der Literaturszene(ich denke nur mal an "...die ich rief, die Geister...") ähnelt, macht sie dabei nicht schlechter.
David(Daniel Brühl) ist Kellner in einer Bar. Dort lernt er Marie(Hannah Herzsprung) kennen, die sich aber eigentlich nicht für ihn interessiert. Das ändert sich, als David in einem Schränkchen, das er auf dem Flohmarkt gekauft hat, ein altes Romanmanuskript findet. Der Autor Alfred Duster hat die Geschichte Sophie, Sophie geschrieben, die niemals das Licht der Öffentlichkeit erblickte. David recherchiert kurz über den Verbleib von Duster und ist sich sicher, dass dieser nicht mehr lebt. Er gibt Marie den Text und behauptet, er sei von ihm. Obwohl David vom Schreiben(und eigentlich auch vom Lesen) keine große Ahnung hat, ist Marie begeistert und schickt das Manuskript, ohne David zu fragen, an einen Verlag. Es wird angenommen und David sieht sich plötzlich in der Zwickmühle. Um Marie nicht zu verlieren, stimmt er einer Buchveröffentlichung zu. Der Roman Lila Lila stürmt daraufhin die Bestsellerliste. David zieht sich bei Lesungen und Interviews mehr schlecht als recht aus der Affäre, aber das Buch spricht für sich. Der Schwindel könnte ewig so weitergehen, wäre da nicht der Wunsch der Leser nach einem zweiten Roman. Aber ehe David sich darüber Gedanken machen kann, taucht Jackie Stocker(Henry Hübchen) auf, ein alter Süffel, der David eröffnet, der wirkliche Autor von Lila Lila zu sein. Jetzt beginnt für David ein Versteckspiel, aus dem er nicht mehr entkommen kann. Am Ende, steht nicht nur sein Ruhm als Autor auf dem Spiel, sondern viel, viel mehr...
Gleich vorweg: -Lila Lila- ist mein Lieblingsroman von Martin Suter. Auch seine restlichen Romane schätze ich sehr. In deutscher Sprache gibt es wenige Autoren, die so wunderbar erzählen können, wie Suter. Sein David Kern ist hilflos und liebenswürdig zugleich. Daniel Brühl lebt die Figur in jeder Szene des Films glaubhaft und bedauernswert. Hannah Herzsprung ist für Marie ebenfalls eine sehr gute Besetzung. Mit Abstand der Volltreffer der Besetzungsliste ist jedoch Henry Hübchen. Jacky Stocker, ein Enfant terrible mit hochprozentiger Füllung, wird genau so vor der Kamera lebendig, wie wir ihn aus dem Roman kennen. Alain Gsponer hat hier und da an Suters Originalstoff ein wenig verändert, den Charme der Story hat er dadurch nicht eingebüsst.
Gsponers Bilder zeigen uns, was Suters Wörter vermitteln wollen. Es gibt "Literatur-Idioten" und "wahre Leser". Oft reicht der Schein, um im Sein zu bestehen. Dabei wird die Geschichte von des Kaisers neuen Kleidern wieder ziemlich aktuell. Zudem verteilt Suters Stoff ein paar herzhaft, bösartige Seitenhiebe auf das Verlagsgewerbe.
-Lila Lila- ist mit einem unaufdringlichen, sehr schönen Indie-Musiksoundtrack unterlegt. Ich habe Suters Roman in Gsponsers Film wiedergefunden und mich sehr gut unterhalten lassen. Die Story ist witzig, unterhaltsam und es macht Spaß, Daniel Brühl und Co. bei der Arbeit zuzuschauen. Wer Suters Romane mag oder auf gutes deutsches Kino steht, der kann mit -Lila Lila- nicht viel verkehrt machen. Von mir gibt es in jedem Fall die Empfehlung zum Anschauen.
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Komödie mit Herz und Witz
Von Tanja Heckendorn
"Lieber Gott, lass diese Geschichte nicht traurig enden." Mit diesem Spruch wird für David Kerns Bestsellerroman, den er eigentlich gar nicht selbst geschrieben hat, geworben und irgendwie ist er auch das Motto dieses Films. Daniel Brühl ist dabei die Idealbesetzung des jungen, unauffälligen Mannes, der eigentlich nur ein Mädchen beeindrucken wollte, um seine Liebe zu gewinnen. Der Schauspieler hat nicht nur das Hörbuch der Literaturvorlage gesprochen, sondern gibt der Hauptperson dieser Geschichte eine ganz eigene Note. Von dem zynischen Gesellschaftsroman um Sein und Schein einer beinahe wahnsinnigen Literaturwelt ist nur noch das Grundgerüst geblieben. Dafür bieten Daniel Brühl und Hannah Herzsprung ganz viel Romantik als fast perfektes Paar David und Marie. Wenn da nicht die große Lüge, geboren aus verzweifelter Liebe wäre und wenn da nicht noch Henry Hübchen mitspielen würde, der als Jacky Stocker den Betrug von David Kern auffliegen lassen könnte, und damit das neue Glück ganz schnell zerstören würde. Der Film selbst ist eine Komödie und es macht wirklich Spaß, diesem unfreiwillig zusammenhängenden Trio zuzusehen und natürlich will man unbedingt wissen, ob diese Geschichte wirklich noch gut ausgehen kann.
David Kern ist ein unauffälliger, junger Mann und nicht gerade der Typ, von dem junge Mädchen träumen. Schon als er Marie zum ersten Mal begegnet, ist ihm klar, dass diese Frau eigentlich mehrere Nummern zu groß für ihn ist. Aber sein Herz ist nicht gegen diese berühmte Liebe auf den ersten Blick gefeit. Auch wenn sie in seinem Fall nur einseitig ist. Marie dagegen nimmt David, der in der Bar ihrer neuen Clique als Kellner arbeitet zunächst überhaupt nicht richtig wahr. Sie ist Literaturstudentin und sie liebt nun einmal nur Schriftsteller.
Doch wie es der Zufall will, entdeckt David in einer auf dem Flohmarkt erworbenen Kommode ein Manuskript eines Romans. Es handelt sich um eine tragische Liebesgeschichte zwischen Peter Landwei und Sophie, die in den 1950er-Jahren angesiedelt ist. David ist von der Geschichte zu Tränen gerührt und schließlich kommt ihm eine Idee. Er scannt die alten Blätter ein und druckt ein neues Leseexemplar. Er versieht es mit seinem Namen und überreicht es Marie, in dem verzweifelten Versuch ihre Aufmerksamkeit und vielleicht auch ihre Liebe zu gewinnen.
Der Plan geht tatsächlich auf. Aber leider viel zu gut. Denn Marie, die sich Hals über Kopf auf David und seinen wunderbaren Roman stürzt, lässt nicht locker, bis das Werk veröffentlicht wird. Als dann auch noch ein berühmter Literaturkritiker das Buch "Lila, Lila" als Sensation bezeichnet, ist die Leserwelt nicht mehr zu halten! Alles stürzt sich auf David Kern, der sich immer mehr in einem Albtraum findet. Der unsichere Mann muss vor einem gespannten Publikum aus seinem Buch vorlesen und anstrengende Interviews geben. Doch dann beginnt der Druck überirdisch zu werden, denn plötzlich steht der heruntergekommene Jacky Stocker vor ihm und behauptet, dass David seinen Roman gestohlen habe. Für sein Schweigen möchte Jacky einen Stück vom Kuchen und die Freundschaft mit David. Ein unmögliches Anliegen, wie sich bald herausstellt, denn Marie kann ganz und gar nicht mit dieser ungewöhnlichen Freundschaft umgehen. Soll David ihr die Wahrheit sagen? Wird er dann ihre Liebe verlieren? Oder noch schlimmer, liebt Marie in Wirklichkeit gar nicht ihn selbst, sondern nur den Autor von Lila, Lila?
Keine Frage, David Brühl spielt David Kern so liebenswert, dass man ihm - nun, ja - fast alles verzeihen würde! Und Hannah Herzsprungs Marie ist für ihn offensichtlich eine Herausforderung, wie dies der Filmemacher Alain Gsponer erkannt hat. Selbst Henry Hübchen gelingt es, für seine absolut nervende Figur Sympathien einzufordern, denn der ist am Ende eigentlich auch nur eine arme, einsame Seele. So liegt der Fokus des Films auch stark auf diesen drei Personen und ihrer, wenn man es so nennen darf, gemeinsamen Geschichte.
Anders als im Film wird die tragische Liebesgeschichte des gefundenen Manuskripts weniger stark mit dem Paar David und Marie verbunden. Die philosophischen Anklänge des Romans müssen deshalb außen vor bleiben. Dafür ist die Geschichte des Films leichter, amüsant ohne Schärfe und mit viel Romantik.
Wer sich für die Entwicklung des Films interessiert, findet auf der DVD ein reiches Bonus-Material mit einem ausführlichen Making-of und Interviews der drei Hauptdarsteller und Alain Gsponer. Alain Gsponer verrät unter anderem, wie Martin Suter überzeugt werden konnte, die Filmrechte an seiner Geschichte zu gewähren und Daniel Brühl sagt im Brustton der Überzeugung, dass Herr Suter von der Endfassung des Films begeistert war. Na, dann...!
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Literatur für jederman
Von Thorsten Schein
Ein liebenswerter Durchschnittstyp, Kellner von Beruf, verliebt sich in eine Literaturstudentin. Was tun, um ihr Herz zu erobern? Ganz einfach: Er gibt vor, Schriftsteller zu sein!
Leider ist das Werk nicht von ihm und besonders gut lesen kann er auch nicht. Es folgen die Irren und Wirren eines Nobodys, um den sich auf einmal alle reisen. Und dann taucht da noch der wahre Verfasser des Werkes "Lila, Lila" auf...
Eine romantische Liebesomödie, die zeigt, wir unterhaltsam eine Literaturverfilmung sein kann. Ein Muss für alle Suter-Fans. Sehr empfehlenswert, auch für Schüler!